TranQuality-Labels

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Im Zeitalter der KI setzen viele Unternehmen auf automatisierte Übersetzung, um Inhalte in mehreren Sprachen zu veröffentlichen. Während diese Technologie Geschwindigkeit und Komfort bietet, ist allgemein bekannt, dass maschinelle Übersetzung und KI keineswegs fehlerfrei sind und Fehler unterschiedlicher Schweregrade erzeugen können. Da moderne KI-Übersetzungssysteme häufig Texte erzeugen, die flüssig und stilistisch überzeugend wirken, gehen viele davon aus, dass automatisierte Übersetzung inzwischen ein gelöstes Problem sei. In Wirklichkeit kann dieser Eindruck von Reife jedoch irreführend sein.

Heute übersetzen Browser, Apps und Plattformen Inhalte häufig automatisch — oft ohne Hinweis oder Zustimmung der Leser. Dennoch können Herausgeber, die sich ausschließlich auf KI verlassen, die Genauigkeit übersetzter Informationen nicht garantieren, insbesondere wenn sie die Zielsprache selbst nicht beherrschen.

Dieses wachsende Bedürfnis nach Transparenz findet inzwischen auch im Gesetz seinen Niederschlag: Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) schreibt vor, dass KI-generierte oder KI-manipulierte Inhalte, die keiner menschlichen redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden, in bestimmten Fällen entsprechend kenntlich gemacht werden müssen.

TranQuality Labels beruhen auf demselben Grundsatz, indem sie den Verifizierungsstatus übersetzter Inhalte für die Leser unmittelbar sichtbar machen.

Die Initiative

TranQuality-Labels sind eine kollektive Initiative des TranQuality Council, getragen von einer Gruppe von Spezialisten für Übersetzungsqualität rund um Alan K. Melby, Gabriela Escarrá und Stephen Lank. Die Initiative baut auf jahrzehntelanger normativer Arbeit zur Übersetzungsqualität auf und reagiert auf ein wachsendes Bedürfnis im Zeitalter der KI: klar zwischen verifizierten und nicht verifizierten Übersetzungen zu unterscheiden.

Das Ziel: Schutz der Informationskonsumenten

Jede Person, die Informationen im Internet liest, kann als Informationskonsument betrachtet werden. Wenn Leser weder darüber informiert werden, dass ein Text eine Übersetzung ist, noch nachvollziehen können, wie diese erstellt wurde, können sie durch die scheinbare sprachliche Qualität KI-generierter Inhalte in die Irre geführt werden.

Übersetzungsfehler sind nicht bloß stilistische Probleme. Sie können realen Schaden verursachen, etwa im Zusammenhang mit technischen Systemen, medizinischen Eingriffen oder juristischen Verfahren.

Darüber hinaus ist bekannt, dass KI-Systeme Halluzinationen erzeugen und Vorurteile reproduzieren können, die nur ein kompetenter menschlicher Prüfer erkennen und korrigieren kann.

Veröffentlichende Organisationen, die sich ausschließlich auf KI verlassen, können die Genauigkeit von Texten, die sie in Fremdsprachen veröffentlichen, nicht garantieren, wenn sie diese Sprachen selbst nicht beherrschen. Der AI Safety Report 2025 nennt sicherheitskritische Hochrisikoprobleme und dokumentiert reale Vorfälle mit messbaren Auswirkungen.

Professionelle Sprachdienstleister hingegen stehen für die Qualität ihrer Arbeit ein. Sie tragen Verantwortung für das, was sie liefern. Bei rohen KI- oder maschinellen Übersetzungen existiert eine solche Verantwortlichkeit schlichtweg nicht.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, Leser über die Herkunft und den Verifizierungsstatus übersetzter Inhalte zu informieren. Eine transparente Kennzeichnung ermöglicht es ihnen, die Zuverlässigkeit der gelesenen Informationen besser einzuschätzen.

Die 2022 ins Leben gerufene TranQuality-Initiative hat den heutigen regulatorischen Fokus auf Transparenz frühzeitig vorweggenommen. Sie ergänzt die in Artikel 50 der KI-Verordnung vorgesehenen Transparenzpflichten durch ein zusätzliches Qualitätslabel, das professionell verifizierte Übersetzungen von nicht verifizierten Übersetzungen unterscheidet.

Stufen der Übersetzungsqualitäts-Labels

Um diesem Bedarf zu begegnen, schlägt der Council ein einfaches Zwei-Label-System vor:

Professionally Verified Translation (PVT)

Das Label Professionally Verified Translation zeigt an, dass

Qualifiziert“ bezeichnet nachgewiesene Kompetenz in den betreffenden Sprachen und Fachgebieten sowie die Fähigkeit, die Einhaltung definierter Anforderungen wie Genauigkeit, Vollständigkeit, Terminologie, Stil und regulatorischer Vorgaben zu überprüfen.

Das PVT-Label ist insbesondere für Bereiche mit hoher Tragweite relevant, in denen Fehler finanzielle, rechtliche, sicherheitsrelevante oder reputationsbezogene Folgen haben können.

Anstatt bestehende Standards (wie ISO-Übersetzungsnormen) zu ersetzen, ergänzt das PVT-Label diese, indem es Übersetzungsqualität für Endnutzer sichtbar und greifbar macht.

Unverified Translation (UVT)

Das Label Unverified Translation zeigt an, dass keine qualifizierte zweisprachige Überprüfung durchgeführt wurde.

Dazu gehören:

Solche Übersetzungen können in Kontexten mit geringer Tragweite durchaus akzeptabel sein, sofern die Risiken minimal sind und geeignete Schutzmaßnahmen bestehen. Leser sollten jedoch klar darüber informiert werden, dass der Inhalt nicht professionell verifiziert wurde.

Möglichkeiten zur Information der Leser

Eine Kennzeichnung kann beispielsweise erfolgen durch:

Die dadurch geschaffene Transparenz informiert Leser darüber, wie die Inhalte, die sie lesen, erstellt wurden*.

TranQuality by ji

Im Laufe der Jahre habe ich ausführlich über die Risiken geschrieben, die mit einer übermäßigen Abhängigkeit von KI und maschineller Übersetzung verbunden sind. In meiner täglichen Arbeit als Übersetzerin und Revisorin begegne ich regelmäßig KI-generierten Texten, die auf den ersten Blick überzeugend wirken, jedoch subtile Ungenauigkeiten, Terminologiefehler oder irreführende Formulierungen enthalten.

Oft handelt es sich genau um jene Probleme, die nur durch sorgfältige menschliche Überprüfung erkannt werden können — der Teufel im Detail.

Während meiner mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit als freiberufliche Übersetzerin haben sich meine Kunden auf meine Detailgenauigkeit, gründliche Recherche und präzise Terminologiewahl verlassen. Dieses Vertrauen hat es mir ermöglicht, an anspruchsvollen Projekten mitzuwirken, bei denen Genauigkeit und Klarheit entscheidend sind.

Aus diesem Grund biete ich meinen Kunden nun die Möglichkeit, die menschlich verifizierte Qualität der von mir übersetzten oder überprüften Inhalte ausdrücklich sichtbar zu machen.

Auf Wunsch können Kunden mein eigenes TranQuality-Logo auf Dokumenten oder Websites verwenden, die ich übersetzt oder überprüft habe. Dieses Zeichen informiert Leser darüber, dass die Inhalte professionell geprüft wurden und definierten Qualitätsstandards entsprechen.

Dies könnte auf einer Website beispielsweise wie folgt aussehen:

Beispiel einer Darstellung des TranQuality-Labels auf einer Website

Ein einfacher Schritt zu Vertrauen

TranQuality-Labels machen Übersetzungsqualität sichtbar.

Mit dem Inkrafttreten der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) gewinnt Transparenz bei KI-generierten Inhalten zunehmend an Bedeutung. Obwohl TranQuality-Labels eine unabhängige Initiative sind, verfolgen sie dasselbe Ziel: Lesern nachvollziehbar zu machen, wie mehrsprachige Inhalte erstellt wurden und ob sie professionell verifiziert wurden.

TranQuality-Labels stärken nicht nur das Vertrauen der Leser, sondern helfen Organisationen auch dabei, ihr Engagement für Transparenz beim Einsatz von KI sichtbar zu machen. Indem sie klar kennzeichnen, ob Inhalte als Professionally Verified Translation (PVT) oder Unverified Translation (UVT) eingestuft sind, ermöglichen sie es Lesern, potenzielle Risiken besser einzuschätzen, Missverständnisse zu vermeiden und das Vertrauen in die veröffentlichenden Organisationen zu stärken.

Vertrauen Sie mir die Übersetzung oder professionelle Verifizierung Ihrer kritischen Inhalte an und kennzeichnen Sie Ihre Veröffentlichungen mit meinem TranQuality-Label – damit Ihre Leser genau wissen, welches Maß an Zuverlässigkeit sie erwarten können.

Denn in der mehrsprachigen Kommunikation beginnt Vertrauen mit verifizierten Worten.

Machen Sie Transparenz zu Ihrem Wettbewerbsvorteil — und Vertrauen zu Ihrer Stärke.

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